Zur seiner letzten Sitzung in diesem Jahr ist des Bunnsraat för Nedderdüütsch am 8. Oktober in der Niederdeutschen Bibliothek der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg zusammengekommen. Neele Hübner, die erste Niederdeutsch-Botschafterin im Land Brandenburg, die ebenfalls als Jugendvertreterin im BfN tätig ist, nahm online teil und berichtete von ihrer Tätigkeit für Niederdeutsch im Land Brandenburg.
Aktuell ist die Stellungnahme für die niederdeutsche Sprechergruppe in Arbeit, die der Bundesrat für Niederdeutsch im Rahmen des Monitoring-Prozesses der Europäischen Sprachencharta für den 8. Bericht zur Implementierung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen verfasst. 2026 muss das BMI den Bericht beim Europarat vorlegen, der ebenfalls die Berichte zur Umsetzung der Verpflichtungen durch die Bundesländer umfasst.
Auf der Sitzung ging es außerdem um die Nachbesprechung der Sitzung des Beratenden Ausschusses Niederdeutsch und der Fachtagung zur Vorstellung der gemeinsamen Empfehlung der Kultusministerkonferenz mit dem Bundesrat für Niederdeutsch und dem Minderheitenrat zur Wissensvermittlung an Schulen.
Weiter ging es um die politischen Lobbyarbeit, mit mehreren Abgeordneten des Deutschen Bundestags wurden Gespräche geführt, die positiv verliefen positiv, es wurde Unterstützung für die niederdeutsche Sprechergruppe signalisiert. Anklang fand die geplante Erhebung zum Stand des Niederdeutschen im Jahr 2026 und die MdBs standen einer neuen parlamentarische Debatte verbunden mit einem Entschließungsantrag sehr aufgeschlossen gegenüber.
Weiter tauschten sich die Delegierten über die Initiative Spraakplaan Nedderdüütsch 2050 aus. Aktuell laufen die beiden Modellprojekte zur Prestigeplanung: in Sachsen-Anhalt, wo Niederdeutsch keine Sichtbarkeit und auch kein hohes Prestige hat, sowie das Oldenburger Münsterland als starker Niederdeutschregion. Es geht um die Sichtbarkeit und die Verwendung der Sprache im öffentlichen Raum. Im November finden zwei Veranstaltungen statt: „Sprachgenuss – Plattdeutsch und Mundart als regionales Werbemittel“, Informationsabend am 05.11. in Magdeburg sowie „Plattdüütsch in uns Region sichtbor maken“, Informatschoons- un Uttuuschveranstalten för’t Süüdollnborger Mönsterland am 27.11. in Cloppenburg. Die Veranstaltung in Magdeburg richtet sich an Regionalvermarkter von Lebensmitteln und Genussmitteln – an Produzenten und Distributoren. Für Cloppenburg haben sich verschiedene Niederdeutschakteure sowie Institutionen und Vereine angemeldet, die bereits aktiv sind und Niederdeutsch sichtbar machen bzw. solche, die es planen. Die Erfahrungen aus den beiden Projekten sollen in Konzepte einfließen, die sich auf andere ähnliche Regionen übertragen lassen.
Zum Thema Sprachplanung wurde die Informationsbroschüre „Spraakplaan för Nedderdüütsch – Woans geiht een dat an?” veröffentlicht, sie kann in gedruckter Form beim NdS bestellt und als digitale Version auf der Homepage heruntergeladen werden
Begleitend zur sprachpolitischen Arbeit wurde die vierte Podcaststaffel produziert. In dem neuen Mini-Format Klookluustert op Törn sollen verschiedene Sichtweisen und Stimmen aus dem Sprachgebiet abgebildet werden.
Zum Weiterlesen: Protokoll Sitzung Oktober 2025
