Gründung des „Nettwark Junge Lüüd“ steht bevor

Junge Sprecherinnen und Sprecher des Niederdeutschen organisieren sich: Mit dem Nettwark Junge Lüüd (NJL) entsteht derzeit eine neue Organisation, die jungen Menschen aus der niederdeutschen/niedersassischen Sprachgemeinschaft erstmals eine eigene, gemeinsame Stimme geben soll. Die offizielle Gründung ist für Mai/Juni 2026 vorgesehen.
Das NJL versteht sich als Zusammenschluss junger Menschen aus dem gesamten niederdeutschen Sprachraum. Inhaltlich will sich das Netzwerk insbesondere in drei Bereichen engagieren: die stärkere Vernetzung junger Sprecherinnen und Sprecher, die Formulierung und Vertretung eigener sprachpolitischer Forderungen sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte zur Förderung und Sichtbarkeit des Niederdeutschen. Eine Zugehörigkeit zur Gruppe der Niederdeutschen/Niedersassen ist dabei unabhängig von Herkunft oder Sprachkompetenz.
Hintergrund der Initiative ist die seit Jahren beobachtete Entwicklung, dass die Sprecherinnen und Sprecher des Niederdeutschen/Niedersassischen im Durchschnitt älter werden, während jüngere Generationen in Politik, Öffentlichkeit und Förderstrukturen oft weniger sichtbar sind. Gleichzeitig leben junge Niederdeutsche/Niedersassische häufig räumlich und sozial voneinander getrennt. Und genau hier soll das neue Netzwerk hier ansetzen.
Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Gründung war das erste große Vernetzungstreffen am 31. Januar 2026 in Bremen. Rund 20 junge Menschen aus allen Ecken des Sprachgebietes beiderseits der niederländisch-deutschen Grenze kamen dort zusammen, um zentrale Themen und Herausforderungen zu diskutieren und erste Grundlagen für eine gemeinsame Organisation zu erarbeiten. In einem weiteren digitalen Treffen wurden diese Ansätze vertieft und die letzten Schritte zur Organisationsgründung vorbereitet. Dabei zeigte sich auch die internationale Dimension des Netzwerks: Neben Sprecherinnen und Sprechern aus Deutschland und den Niederlanden beteiligen sich unter anderem auch Plautdietsch- und Pomerano-Sprechende aus Brasilien, Mexiko, den USA und Kanada.
Das NJL knüpft zugleich an bestehende Entwicklungen in der niederdeutschen Sprachpolitik an. Seit einigen Jahren werden junge Perspektiven verstärkt berücksichtigt, etwa durch die Einrichtung der Junge Lüüd-Vertretung im Bunnsraat för Nedderdüütsch (BfN). Künftig sollen diese Vertreterinnen und Vertreter direkt aus dem Netzwerk heraus gewählt werden und so die Anliegen junger Menschen gebündelt in das zentrale Gremium der Sprechergruppe einbringen.

Mit der anstehenden Gründung soll nun der organisatorische Rahmen geschaffen werden, um diese Ziele langfristig und eigenständig zu verfolgen. Das NJL will damit nicht nur die Interessen junger Menschen vertreten, sondern auch aktiv zur Zukunftssicherung des Niederdeutschen/Niedersassischen beitragen.

Jede:r kann bereits jetzt Mitglied im Netzwerk werden. Die Zielgruppe sind junge Leute zwischen 18 und 35, aber auch Menschen die älter sind sowie Organisationen sind als unterstützende Mitglieder herzlich eingeladen. Das Beitrittsformular findet sich auf der im Aufbau befindlichen Website www.nettwark.org. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos und nicht an Verpflichtungen gebunden.

Wenn du Lust hast, dich aktiver in die Sprechergruppe einzubringen, oder selbst mehr eigene Initiative zeigen willst, dann kandidier doch für das Amt „Netzwerk-Sprecher:in“ oder „Junge Lüüd-Verteter:in im Bundesrat für Niederdeutsch“. Das Niederdeutschsekretariat steht dabei stets zur Seite, Erfahrungen in sprachpolitischer Arbeit sind daher nicht zwingend erforderlich. Wenn man Interesse oder Fragen hat, kann man sich ganz einfach an info@nettwark.org wenden.

(PM, Niederdeutschsekretariat / Nettwark Junge Lüüd, 27.04.2026)

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