Die Sassenflagg – eine Flagge für alle Niederdeutschen/Niedersassen

Das Niederdeutschsekretariat (NdS) und der Bunnsraat för Nedderdüütsch (BfN) freuen sich, eine Flagge für die niederdeutsche/niedersassische Sprache, deren Sprechergruppe und Plattdüütschland vorzustellen. Ihr Name ist Sassenflagg bzw. die Witt-Rode, also die Weiß-Rote. Die Flagge schafft ein sichtbares Zeichen für die gemeinsame sprachliche, kulturelle und historische Verbundenheit der niederdeutschen/niedersassischen Gemeinschaft, auch über Grenzen hinweg. Die Notwendigkeit einer Flagge ergab sich aus dem schlichten Problem heraus, dass bisher ein eigenes Symbol für die Sprache und die Sprechergruppe fehlte, die beispielsweise als Zeichen der Gruppenzugehörigkeit oder für ein niederdeutsches Sprachangebot auf einer Website oder einem Schild verwendet werden kann.

Das Design der Sassenflagg bedient sich einer Symbolik, die ein zentrales Motto des Gebiets, der Identität vieler Menschen und der Geschichte beschreibt: das Hanseatische. Noch bis heute haben viele Hansestädte die Farben rot und weiß in ihren Stadtwappen. Gepaart mit der Form des Hansewimpels, der an vielen Mästen der Koggen wehte, stellt die Flagge einen deutlichen Bezug zu dieser Zeit her. Der Grund hierfür ist, dass diese Hansezeit als die Hochzeit des Niederdeutschen gilt, denn von London über Hamburg und Bergen bis hin nach Nowgorod spielte das Mittelniederdeutsche eine wichtige Rolle: sei es beim Handel und konkreten Absprachen oder auch in Urkunden und Verträgen. Die Sprache, die heute als bedroht gilt, war damals die lingua franca und das Vehikel für Kommunikation und ein Miteinander zwischen vielen Völkern. Auch wenn es die Hanse in dieser Form heute nicht mehr gibt, sehen sich viele Niederdeutsche noch stets als hanseatisch, das Gebiet der Hanse in Deutschland und den Niederlanden deckt sich relativ gut mit dem heutigen Sprachgebiet und die Bedeutung dieser Zeit für das Niederdeutsche ist noch immer im kollektiven Gedächtnis.
Der Name der Sassenflagg leitet sich davon ab, dass die geschichtliche Eigenbezeichnung auf die Sassen (Altsachsen) zurückgeht und die Sprache noch heute in vielen Dialektgebieten als Niedersächsisch bezeichnet wird. Um eine Verwechslung mit den heutigen Obersachsen oder dem Bundesland Niedersachsen zu vermeiden, wird auch auf Deutsch der Begriff Niedersassisch bevorzugt, basierend auf dem eigensprachlichen neddersassisk/neddersass’sch.

Die Flagge ist bereits 2013 durch Kevin Behrens erstellt worden, doch nun hat der Bunnsraat för Nedderdüütsch als offizielle Vertretung der niederdeutschen Sprechergruppe in Deutschland 2025 beschlossen, dass er diese Flagge als das offizielle Zeichen für die Sprache, das Gebiet und für die niederdeutsche/niedersassische Sprechergruppe anerkennt und offiziell und politisch als das Symbol für sie einsetzt. Jedem/Jeder bleibt es frei, sich zur Sassenflagg zu bekennen.
Um als Symbol für die Sprache und die Sprechergruppe erkannt zu werden, muss die Sassenflagg nun bekannt gemacht werden. Dafür stellt das Niederdeutschsekretariat zahlreiche Werbematerialien für die Sassenflagg zur Verfügung, von Ansteckpins über Aufklebern bis hin zu diversen Postkarten. Diese Materialien können genutzt werden, um die neue Flagge bei Aktionen, Veranstaltungen und im Alltag bekannter zu machen. Die Materialien können kostenfrei beim NdS bestellt werden unter: info@niederdeutschsekretariat.de.
Die Flagge steht unter Creative-Commons-Lizenz und kann sowohl gedruckt als auch digital frei genutzt werden. Dabei sind die Nutzungshinweise zu beachten. Mehr Infos zur Sassenflagg und deren Benutzung sowie verschiedene Dateiformate als Downloads findet man unter www.sassenflagg.org.

(PM, 23.04.2026 zum Download)