Bunnsraat för Nedderdüütsch zu konstituierender Sitzung in Hamburg

Für den Bunnsraat för Nedderdüütsch (BfN) hat die 7. Delegationsperiode begonnen. Am 23. Juli 2026 ist das sprachpolitische Gremium in neuer Besetzung zu seiner konstituierenden Sitzung in der Niederdeutschen Bibliothek der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg zusammengekommen. Die Verbände aus den acht Niederdeutschländern sowie von den Plautdietschen hatten jeweils zwei Delegierte für die nächsten vier Jahre gemeldet. Seit 2002 vertritt der BfN die Interessen der niederdeutschen Sprechergruppe gegenüber der Politik. Für die nächste Legislaturperiode gibt es bei der Zusammensetzung sowohl Kontinuität - so sind zwei Ländervertreterinnen bereits seit 24 Jahren dabei - als auch Neuerungen - vier Delegierte sind neu in dem ehrenamtlich tätigen Gremium aufgenommen worden. Eine Übersicht über die Ländervertreterinnen und -vertreter findet sich hier. In den nächsten Wochen stellen sich die Delegierten und ihre Pläne für die Arbeit im BfN auch auf dem Instagramkanal vom Niederdeutschsekretariat vor.

Die Bundesratsversammlung wählte aus ihren Reihen erneut Heinrich Siefer aus Niedersachsen als Sprecher (Bild links) sowie neu Anne Fink aus Nordrhein-Westfalen als Sprecherin (Bild rechts). Zum ersten Mal hat die im Juni gegründete Organisation der jungen Plattsprechenden, das Nettwark Junge Lüüd (NJL), Marie-Claire Topp als Vertreterin (Bild links Mitte) und Dieke Günther (Bild links rechts) als Vertreter für die junge Sprecherschaft in den BfN entsandt.

Inhaltlich befasste sich der BfN neben aktuellen sprachpolitischen Themen und der Lobbyarbeit mit den laufenden Projekten für das Jahr 2026. Hier ist die neue Erhebung zum Stand des Niederdeutschen zu nennen, die gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache durchgeführt wird. Im Juni fand die Erhebung der Daten durch ein Meinungsforschungsinstitut statt. Die Umfrage wurde in Form einer repräsentativen Online-Umfrage durchgeführt, neben Fragen zu Kompetenz und Gebrauch der Sprache wurden ebenfalls die Einstellungen gegenüber Niederdeutsch untersucht. Neu hinzugekommen sind Themen wie Schriftlichkeit oder sprachplanerische Komplexe. Die Ergebnisse der Studie werden am 1. Dezember im Lichtwarksaal in Hamburg vorgestellt. Begleitend zu der Umfrage wird eine neue Staffel des Podcasts klookluustert op Törn produziert, der Themen der Erhebung aufgreift und vertieft.

In Arbeit sind aktuell die Erstellung von Informationsmaterialien zu Sprachvorurteilen und der Funktion von Sprachpolitik in diesem Zusammenhang sowie eine Auszeichnung für Unternehmen fürs Sichtbarmachen der Sprache im Rahmen der Initiative Spraakplaan Nedderdüütsch 2050. Weiter laufen die Planungen für die Synchronisation von Kikaninchenfilmen auf Platt - ein Wunsch, der von jungen Eltern an den BfN herangetragen wurde. Im Rahmen des jährlichen Projekts, das mit Mitteln des Landes Brandenburg finanziert wird, wird ein Informationspaket zum Thema Plattdeutsch in der Pflege erstellt.