Bunnsraat för Nedderdüütsch kümmt to Fröhjohrssitten in Hamborg tohoop

Zur seiner ersten regulären Sitzung in diesem Jahr ist des Bunnsraat för Nedderdüütsch am 17. April in der Niederdeutschen Bibliothek der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg zusammengekommen. Es war zugleich das letzte Treffen in der aktuellen Zusammensetzung – ab Juni beginnt die neue Delegationsperiode für den BfN. Die Verbände aus den acht Niederdeutschländern sowie von den Plautdietschen wurden bereits angeschrieben und gebeten, die beiden Delegierten für die nächsten vier Jahre zu melden. Die konstituierende Sitzung wird im Juli stattfinden.

Neue Entwicklungen gibt es bei der jungen Sprechergruppe. Bisher fehlt es an Strukturen für junge Lüüd, um sich sprachpolitisch für Niederdeutsch einzusetzen. Aktuell ist die Gründung einer eigenen Organisation in Vorbereitung, das Nettwark junge Lüüd (NjL). Es richtet sich vor allem an Personen zwischen 18 und 35 Jahren, aber auch Menschen darüber sowie Organisationen können Mitglied werden. Mehr Informationen unter: www.nettwark.org.

Das zentrale Thema, über das sich die Ländervertreterinnen und -vertreter ausgetauscht haben, ist die geplante neue Erhebung zum Stand des Niederdeutschen, ein Projekt, das gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache durchgeführt wird. Auf dem parlamentarischen Weg konnte erreicht werden, dass für die Erhebung Fördermittel im Bundeshaushalt eingestellt wurden. Wie auch in den vorherigen Sprachstandsuntersuchungen handelt es sich wieder um eine repräsentative Meinungsumfrage, für deren Durchführung ein externes Meinungsforschungsinstitut beauftragt wird. Sie soll vergleichbar mit den früheren überregionalen Erhebungen sein, aber auch an einigen Stellen modifiziert werden, um neue Themen berücksichtigen zu können, wie beispielsweise das Thema Sprachplanung. Aktuell wird das Projekt geplant, so dass die Daten im Sommer erhoben werden können. Die Veröffentlichung der ersten Ergebnisse soll im Herbst erfolgen. „Für die sprachpolitische Arbeit und insbesondere für unsere sprachplanerischen Tätigkeiten ist die Kenntnis der aktuellen sprachlichen Situation sowie der Einstellungen gegenüber Niederdeutsch erforderlich“, stellt Heinrich Siefer, Sprecher des Bunnsraat för Nedderdüütsch heraus.

Auf der Sitzung ging es außerdem um eine geplante Bundestagsdebatte zu den Regional- und Minderheitensprachen, die mit einem Entschließungsantrag verbunden werden soll – initiiert von den Parlamentskreisen Plattdeutsch und Minderheiten sowie um eine parlamentarische Veranstaltung zum Austausch mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags, die sich für den Schutz und die Förderung der Regionalsprache Niederdeutsch interessieren.

Auch die Fortführung der Initiative Spraakplaan Nedderdüütsch 2050 stand auf der Tagesordnung. Aus den  Modellprojekten zur Prestigeplanung, die im letzten Jahr in Sachsen-Anhalt und im Oldenburger Münsterland durchgeführt wurden, haben sich regionale Projekte entwickelt, die zu einer höheren Sichtbarkeit der Sprache in der Region beitragen sollen. Für 2026 ist nun eine Auszeichnung für Unternehmen fürs Sichtbarmachen der Sprache geplant. Die Erfahrungen aus den Modellprojekten sollen in einen allgemeinen Leitfaden für Einrichtungen, Betriebe und Unternehmen überführt werden, der die verschiedenen Möglichkeiten der Sichtbarmachung darstellt. Dieser soll ebenfalls Kriterien zur Klassifikation der Sichtbarmachung der Sprache enthalten. Hieraus soll eine Auszeichnung entstehen, die Unternehmen verliehen wird, um deren Engagement öffentlich sichtbar zu machen und andere Institutionen zu motivieren, Niederdeutsch ebenfalls sichtbar zu machen.