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	<title>Verwaltung &#8211; Niederdeutschsekretariat und Bunnsraat för Nedderdüütsch</title>
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	<title>Verwaltung &#8211; Niederdeutschsekretariat und Bunnsraat för Nedderdüütsch</title>
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		<title>Maschinelles Übersetzen von Regional- und Minderheitensprachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2022 15:24:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Stelle dich doch bitte kurz vor. Ich bin Miriam Gerken, 25 Jahre alt. Ich habe Übersetzen studiert im Bachelor und dann im Master Computerlinguistik; habe mich also viel mit maschineller Übersetzung beschäftigt und jetzt arbeite ich seit Oktober letzten Jahres bei der Deutschen Bahn und betreue dort den Chatbot. Du hast dich in deiner Masterarbeit...<div class="more-link-wrapper"><a class="more-link" href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/maschinelles-uebersetzen-und-niederdeutsch/"><span class="more-text">Continue reading</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-8014"  class="panel-layout" ><div id="pg-8014-0"  class="panel-grid panel-no-style" ><div id="pgc-8014-0-0"  class="panel-grid-cell" ><div id="panel-8014-0-0-0" class="so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child" data-index="0" ><div
			
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		><h3 class="widget-title">Interview mit Miriam Gerken</h3>
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	<h5>Stelle dich doch bitte kurz vor.</h5>
<p>Ich bin Miriam Gerken, 25 Jahre alt. Ich habe Übersetzen studiert im Bachelor und dann im Master Computerlinguistik; habe mich also viel mit maschineller Übersetzung beschäftigt und jetzt arbeite ich seit Oktober letzten Jahres bei der Deutschen Bahn und betreue dort den Chatbot.</p>
<h5>Du hast dich in deiner Masterarbeit mit der Übersetzung von Regional- und Minderheitensprachen im Verwaltungskontext beschäftigt. Was hat dich an dem Thema fasziniert?</h5>
<p>Der Anfang kam durch ein Praktikum beim Europarat. Das war sehr spannend, weil ich für eine Hausarbeit in meinem Studiengang recherchiert habe und dann auf die Charta für Regional- oder Minderheitensprachen gestoßen bin. Ich fand es interessant, dass es ein Rechtsdokument gibt, von dem ich noch gar nichts wusste. Beim Europarat habe ich einen Bericht geschrieben, wie man <a href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/wie-koennen-die-verpflichtungen-der-europaeischen-sprachencharta-mit-modernen-sprachtechnologien-besser-umgesetzt-werden/" target="_blank" rel="noopener">mit modernen Sprachtechnologien den Sprachenschutz vereinfachen könnte</a>. Eine der Methoden, die ich in dem Bericht immer wieder vorschlage, ist die maschinelle Übersetzung. Und dann habe ich mir überlegt, diese in meiner Masterarbeit anzuwenden und habe mich für den Bereich der Verwaltungsdokumente entschieden. Das ist ein relativ eingeschränkter Bereich mit begrenztem Vokabular und immer gleichen Formulierungen. Ich habe Obersorbisch und Niederdeutsch ausgewählt, weil es beim Obersorbischen schon viel zu dem Thema gibt und beim Niederdeutschen noch nicht so viel. Das lässt sich gut vergleichen. Und ich komme aus Niedersachsen und meine Großeltern sprechen auch immer Niederdeutschen, deswegen war die persönliche Verbindung da.</p>
<h5>Du hast die Sprachencharta angesprochen: Was ist das für ein Instrument bzw. was besagt sie zu den Minderheiten- und Regionalsprachen?</h5>
<p>Die Sprachencharta beschäftigt sich mit allen Bereichen, in denen Sprache verwendet wird, also in der Bildung, in den Medien, aber auch in Behörden. In der Charta ist festgelegt, wie man in den Bereichen Regional- und Minderheitensprachen schützen kann. Die Vertragsstaaten wählen verschiedene Maßnahmen zum Sprachenschutz aus, die sie umsetzen. Der Europarat überprüft, ob diese auch wirklich umgesetzt werden.</p>
<blockquote>
<p>Über Artikel 10 - Verwaltung der Europäischen Sprachencharta ist u.a. festgelegt, dass Urkunden auf Niederdeutsch rechtsgültig vorgelegt werden können, dass Verwaltungsbehörden Schriftstücke auf Niederdeutsch abfassen können, dass der Gebrauch von Niederdeutsch innerhalb einer regionalen oder örtlichen Behörde zulässig ist und dass mündliche oder schriftliche Anträge auf Niederdeutsch gestellt werden dürfen. Ebenso dürfen amtliche Schriftstücke der regionalen Behörden auf Niederdeutsch veröffentlicht werden.</p>
</blockquote>
<h5>Weißt du, ob in der Verwaltung bereits maschinelle Übersetzung eingesetzt wird?</h5>
<p>Soweit ich weiß noch nicht. Im Obersorbischen gibt es mittlerweile ein maschinelles Übersetzungsprogramm, aber noch nicht sehr lange. Ich meine, es wird nicht für den Bereich Verwaltung eingesetzt. Zu maschineller Übersetzung von Regional- und Minderheitensprachen liegen generell wenig Erfahrungen vor. Für das Walisische wird viel im Bereich Sprachtechnologie gemacht. Aber im Deutschen ist das noch ein komplett neuer Bereich.</p>
<h5>Wo siehst du die größte Hürde beim maschinellen Übersetzen von Regional- und Minderheitensprachen und speziell beim Niederdeutschen?</h5>
<p>Ich glaube, dass man gar nicht weiß, wie viele Möglichkeiten eigentlich hinter der Technologie stecken. Genau das wollte ich mit meinem Bericht verdeutlichen. Man muss erstmal ein Gespür dafür bekommen, was mit Sprachtechnologien überhaupt möglich ist. Und was auf jeden Fall fehlt, sind Daten! Also für jede Anwendung, sei es ein Chatbot oder maschinelle Übersetzung oder eine Datenanalyse. Für meine Masterarbeit brauchte ich sehr viele Daten, um mein System zu trainieren, und es war gar nicht so einfach diese aufzutreiben.<br />
Beim Niederdeutschen waren viel zu wenig Daten vorhanden, insbesondere aus der Verwaltung. Ich habe die Landesverordnungen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verwendet. Die unterschiedlichen niederdeutschen Varianten und Schreibweisen waren kein großes Problem, sondern es fehlten einfach übersetzte Daten!<br />
Im Obersorbischen konnte ich zum Beispiel Satzungen benutzen - da gab es einfach schon viel mehr übersetzte Dokumente. Ich hatte den Eindruck, dass hier schon mehr in dem Bereich Datensammlung und Aufbau von Koropra passiert ist. Der größte Unterschied ist, wie viel Aufmerksamkeit dieses Thema bekommt.</p>
<h5>Mit dem neuen Onlinezugangsgesetz ist es ab Ende 2022 möglich, in allen Behörden Anträge auf Niederdeutsch zu stellen. Meinst du, dass da die maschinelle Übersetzung auch eine Option ist, um diesen Ansprüchen für die digitalen Dokumente gerecht zu werden?</h5>
<p>Auf jeden Fall! Die maschinelle Übersetzung ist ja generell nur für den schriftlichen Bereich geeignet und kann dort Unterstützung sein. Ich glaube, gerade bei online-Anträgen und schriftlichen Anträgen kann sie durchaus hilfreich sein. Das Problem ist, dass man sehr langfristig denken muss und nicht jetzt schon automatisch die Formulare übersetzen kann. Die Anträge und Formulare müssen erst einmal professionell übersetzt werden. Wenn sich später ein Formular ändert, könnte dies zum Beispiel maschinell umgesetzt werden.</p>
<h5>Am besten jetzt schon Datensammeln?</h5>
<p>Ja, das ist mein Hauptziel, in diesem Interview deutlich zu machen: Wir brauchen niederdeutsche Sprachdaten!</p>
<h5>Was für andere Projekte gibt es, wo sich die maschinelle Übersetzung mit dem Niederdeutschen beschäftigt?</h5>
<p>Konkret fällt mir nur ein privates Projekt ein. Ich habe mich mal mit Marcel Meyer ausgetauscht, der innerhalb von einem Programmier-Projekt einen <a href="https://www.översetter.de/" target="_blank" rel="noopener"><em>Översetter</em></a> erstellt hat. Viele Menschen nutzen sein Programm zum Übersetzen von Sätzen. Meist werden einfache Alltagssätze wie Begrüßungen ausprobiert. Vielleicht gibt es noch andere Projekte, die ich nicht kenne. Für andere Sprachen gibt es Onlinekorrektur-Funktionen, zum Beispiel bei Microsoft Word. Das ist auch Sprachtechnologie und das gibt es schon für einige Minderheitensprachen in Europa.</p>
<h5>In welchen weiteren Bereichen kann man die maschinelle Übersetzung ins Niederdeutsche einsetzen?</h5>
<p>In jedem Bereich, in dem das Vokabular relativ einfach und beschränkt ist und wo es eine klare Satzstruktur gibt. Im Literaturbereich würde es nicht funktionieren. Aber in Sozialen Medien wie zum Beispiel auf twitter gibt es ja manchmal solche Übersetzungsfunktionen. Das wäre ein Bereich, der fürs Niederdeutsche interessant wäre. Aber ich glaube, auch allgemein im Alltag wäre das automatische Übersetzen hilfreich, wie das <em>Översetter-</em>Projekt zeigt.</p>
<h5>Zum Abschluss möchte ich dich noch fragen, was du dir für die Zukunft wünschst?</h5>
<p>Mein Wunsch fürs Niederdeutsche ist auf jeden Fall, dass es einfach in allen Bereichen des Lebens ankommt. Dass es in Gerichten genauso gesprochen wird wie auf Facebook und auf der Straße und im Supermarkt und in der Politik. Und dass wir nicht mehr die Diskussion führen müssen, ob Niederdeutsch ein Dialekt oder eine Sprache ist. Das sind meine zwei Wünsche fürs Niederdeutsche und dann natürlich, dass der Bereich allgemein der Sprachtechnologien und des maschinellen Übersetzens ausgebaut wird und ein Bewusstsein dafür ensteht, dass es für Niederdeutsch ein sehr großer Vorteil sein kann, und dass darin viel Potential liegt.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Nadine Koop, Werkstudentin im Niederdeutschsekretariat</em></p>
</div>
</div></div></div></div></div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Niederdeutsch in der Verwaltung &#8211; Interview mit Anneke Schipper</title>
		<link>https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-der-verwaltung-interview-mit-anneke-schipper/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 08:25:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn es um die Verwendung und den Schutz der Regionalsprache Niederdeutsch geht, bekommt der Bereich Verwaltung meist nicht so viel Aufmerksamkeit. Anneke Schipper hat sich genauer mit dem Thema beschäftigt: In ihrer Bachelorarbeit "Die Amtssprache ist Deutsch? Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen" befasst sie sich mit der Verwendung der Regionalsprache...<div class="more-link-wrapper"><a class="more-link" href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-der-verwaltung-interview-mit-anneke-schipper/"><span class="more-text">Continue reading</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-4049"  class="panel-layout" ><div id="pg-4049-0"  class="panel-grid panel-no-style" ><div id="pgc-4049-0-0"  class="panel-grid-cell" ><div id="panel-4049-0-0-0" class="so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child" data-index="0" ><div
			
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	<p>Wenn es um die Verwendung und den Schutz der Regionalsprache Niederdeutsch geht, bekommt der Bereich Verwaltung meist nicht so viel Aufmerksamkeit. Anneke Schipper hat sich genauer mit dem Thema beschäftigt: In ihrer Bachelorarbeit <a href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-kommunalen-behoerden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"Die Amtssprache ist Deutsch? Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen"</a> befasst sie sich mit der Verwendung der Regionalsprache Niederdeutsch in einer Kommunalbehörde. Im Interview berichtet sie von ihren persönlichen Erfahrungen als Angestellte in einer kommunalen Behörde in Niedersachsen, wie dort Niederdeutsch verwendet wird, sowie von ihren Einschätzungen, wie der Gebrauch der Regionalsprache in Verwaltungsangelegenheiten erleichtert werden könnte.</p>
</div>
</div></div></div></div><div id="pg-4049-1"  class="panel-grid panel-no-style" ><div id="pgc-4049-1-0"  class="panel-grid-cell" ><div id="panel-4049-1-0-0" class="so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child" data-index="1" ><div
			
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	<h5>Beschreiben Sie doch einmal, wer Sie sind und was Sie aktuell machen.</h5>
<p>Mein Name ist Anneke Schipper und ich habe vor Kurzem mein duales Studium an der Hochschule für kommunale Verwaltung in Hannover beendet. Jetzt arbeite ich bei der Stadt Aurich.</p>
</div>
</div></div></div><div id="pgc-4049-1-1"  class="panel-grid-cell" ><div id="panel-4049-1-1-0" class="so-panel widget widget_media_image panel-first-child panel-last-child" data-index="2" ><img decoding="async" width="150" height="183" src="https://www.niederdeutschsekretariat.de/wp-content/uploads/2020/04/Portrait-Anneke-Schipper_02.jpg" class="image wp-image-4086  attachment-full size-full" alt="" style="max-width: 100%; height: auto;" /></div></div></div><div id="pg-4049-2"  class="panel-grid panel-no-style" ><div id="pgc-4049-2-0"  class="panel-grid-cell" ><div id="panel-4049-2-0-0" class="so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child" data-index="3" ><div
			
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	<h5>Womit haben Sie sich in Ihrer Bachelorarbeit beschäftigt?</h5>
<p>In Deutschland ist die Amtssprache Deutsch. Meine Arbeit <a href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-kommunalen-behoerden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">"Die Amtssprache ist Deutsch? Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen"</a> beschäftigt sich mit den praktischen Auswirkungen dieser Regelung und der Frage, welchen Platz andere Sprachen daneben haben. Es hat sich herausgestellt, dass die Amtssprachenregelung so eine Art Schutznorm für die Verwaltung ist, auf die sie sich jederzeit berufen kann, aber nicht muss.</p>
<h5>Sie arbeiten in einer kommunalen Behörde in Niedersachsen – inwiefern wird dort Niederdeutsch verwendet?</h5>
<p>Mein Eindruck ist, dass unter Kollegen noch recht viel platt gesprochen wird. Ich habe auch schon eine Ortsratssitzung erlebt, die hauptsächlich auf Niederdeutsch geführt wurde. Wenn man dabei Protokoll führen muss, kann das eine Herausforderung sein.</p>
<h5>Warum haben Sie sich gerade mit der Regionalsprache Niederdeutsch in der Verwaltung auseinandergesetzt? Wie ist Ihr persönlicher Zugang zu Niederdeutsch?</h5>
<p>Ich hatte schon meine erste Bachelorarbeit über Niederdeutsch geschrieben und wollte nun auch die zweite über dieses Thema schreiben. Da ich für mein Studium aber einen Verwaltungsschwerpunkt brauchte, war das Thema Amtssprache die Schnittstelle. Das Interesse für die Sprache ist in meinem ersten Studium geweckt worden, als ich ein Germanistikseminar über Niederdeutsch und Saterfriesisch belegt hatte. Es folgten dann ein Sprachkurs und eine Anstellung als studentische Hilfskraft in diesem Bereich, schließlich die erste Bachelorarbeit. Im zweiten Studium konnte ich dann ein Praktikum bei der Ostfriesischen Landschaft machen. Ich bin in Ostfriesland aufgewachsen, da kommt man um Niederdeutsch nicht herum. Aber mit mir hat eigentlich nie jemand Platt gesprochen, sodass ich erst im Studium begonnen habe, meine passiven Sprachkenntnisse in aktive umzuwandeln. Fließend kann ich leider immer noch nicht sprechen, was hauptsächlich an mangelndem Training liegt. Vielleicht sollte ich es mehr einfordern, dass die Leute Platt mit mir sprechen.</p>
<h5>Wo sehen Sie die größten Hürden in Bezug auf die aktuelle Lage des Verwaltungssystems und der Verwendung von Niederdeutsch?</h5>
<p>Ein großes Problem ist die rechtliche Unsicherheit darüber, was man darf und was nicht. Und ich nehme an, dass neben dringlichen Angelegenheiten wie Haushaltskrisen und Corona auch das Bewusstsein fehlt, dass die Förderung des Niederdeutschen auch eine kommunale Aufgabe sein sollte.</p>
<h5>Was müsste sich Ihrer Meinung nach verändern, damit in mehr Behörden Niederdeutsch akzeptiert und angewandt wird?</h5>
<p>Ich glaube, dafür ist gar nicht so viel notwendig. Schön wäre es, wenn die Führungsebene die Mitarbeitenden offiziell dazu ermuntern würde, mehr Platt zu verwenden, dies würde die rechtliche Unsicherheit mindern. Gleichzeitig könnten die Mitarbeitenden selbstbewusster auftreten, in dem sie Gespräche auf Platt beginnen. Wenn ein Bürger darauf nicht eingehen kann oder möchte, wechselt man einfach ins Hochdeutsche. Ich habe auch schon von Mitarbeitenden gehört, dass sie das so machen.</p>
<h5>Was glauben Sie, müsste passieren, dass sich mehr Bürger*innen auf Niederdeutsch an Behörden wenden?</h5>
<p>Ich glaube, man müsste sie von Seiten der Verwaltung dazu einladen, Niederdeutsch zu verwenden. Das könnte zum Beispiel durch Plakate im Foyer der Kreis- und Rathäuser geschehen, oder auch durch Schilder an den Türen der Mitarbeiter, die Platt sprechen wollen: <em>Prot platt mit mi!</em> Ich könnte mir auch eine zweisprachige Beschilderung in öffentlichen Gebäuden vorstellen.</p>
<h5>Die Sprachencharta ist ein Instrument, um das Niederdeutsche zu schützen und den Gebrauch zu erleichtern, auch im Bereich Verwaltung. Dort gibt es den Artikel 10, mit dem Sie sich im Rahmen Ihrer Bachelorarbeit auch beschäftigt haben. Was genau besagt der? Und wie hoch schätzen Sie dessen Wirksamkeit ein?</h5>
<p>Der Artikel 10 der Charta enthält einen Maßnahmenkatalog, aus dem das Land Niedersachsen auswählen konnte, was es seinen Behörden in Bezug auf das Niederdeutsche erlauben, bzw. wozu es sie ermuntern wollte. Da es allen möglichen Punkten zugestimmt hat, dürfen Behörden beispielsweise zulassen, dass Bürger auch schriftliche Anträge auf Niederdeutsch stellen. Ein Problem ist jedoch, dass der Artikel sehr zurückhaltend formuliert ist: „die Vertragsparteien verpflichten sich folgendes zuzulassen und/oder dazu zu ermutigen“ bedeutet, dass alles kann und nichts muss. Und wie gesagt, meist sind andere Probleme dringlicher. Außerdem wird die Initiative mehr von den Bürgern anstatt von den Behörden gefordert.</p>
<h5>Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich für die Zukunft in Bezug auf das Thema Verwaltung und Niederdeutsch?</h5>
<p>Ich würde mir wünschen, dass die Verwaltungen offensiver zum Gebrauch von Niederdeutsch einladen würden. Dadurch würden sie der Sprache die Möglichkeit geben, sich jenseits touristischer Folklore mit einem offiziellen Charakter zu zeigen.</p>
<p>Zum Weiterlesen: <a href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-kommunalen-behoerden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Amtssprache ist Deutsch? Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen.</a></p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Meret Buchholz, Werkstudentin im Niederdeutschsekretariat.</em></p>
</div>
</div></div></div></div></div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bachelorarbeit &#8211; Niederdeutsch in kommunalen Behörden</title>
		<link>https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-kommunalen-behoerden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2020 13:57:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Anneke Schipper befasst sich in ihrer Bachelorarbeit "Die Amtssprache ist Deutsch? - Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen", vorgelegt bei der Kommunalen Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen, mit der Verwendung der Regionalsprache Niederdeutsch in einer Kommunalbehörde. Sie untersucht, welche Rechtswirkung § 23 Absatz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) entfaltet und welcher Raum...<div class="more-link-wrapper"><a class="more-link" href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/niederdeutsch-in-kommunalen-behoerden/"><span class="more-text">Continue reading</span></a></div>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="pl-3820"  class="panel-layout" ><div id="pg-3820-0"  class="panel-grid panel-no-style" ><div id="pgc-3820-0-0"  class="panel-grid-cell" ><div id="panel-3820-0-0-0" class="so-panel widget widget_sow-editor panel-first-child panel-last-child" data-index="0" ><div
			
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	<p>Anneke Schipper befasst sich in ihrer Bachelorarbeit "Die Amtssprache ist Deutsch? - Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen", vorgelegt bei der Kommunalen Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen, mit der Verwendung der Regionalsprache Niederdeutsch in einer Kommunalbehörde. Sie untersucht, welche Rechtswirkung § 23 Absatz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG) entfaltet und welcher Raum nichtdeutschen Sprachen, insbesondere Niederdeutsch, neben der Amtssprache Deutsch in einer niedersächsischen Kommunalbehörde bleibt. Sie erläutert, welche Konsequenzen sich für die deutsche Gesetzgebung durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen als völkerrechtlicher Vertrag ergeben.</p>
<p>Die Verfasserin stellt fest, dass § 23 VwVfG insgesamt als eine Schutznorm anzusehen ist: Sie gewährleistet der Behörde jederzeit, sich auf sie zu berufen und die deutsche Sprache als Kommunikationsmittel einzufordern. Gleichzeitig lässt sie ihr alle Möglichkeiten, die Sprachkenntnisse ihrer Mitarbeiter*innen zu nutzen und, innerhalb gewisser Grenzen, in jeder anderen Sprache zu handeln. Sie führt aus, dass die acht Bundesländer, in denen Niederdeutsch als Regionalsprache geschützt ist, auf die Regelungen des Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes verweisen, oder gleichlautende Vorschriften in den jeweiligen Landesverwaltungsverfahrensgesetzen erlassen. Einige Länder haben Sondervorschriften erlassen oder auf andere Weise auf den Umgang mit Sprachen verwiesen. So hat Schleswig-Holstein beispielsweise einen Paragraphen eingefügt, der der niederdeutschen, der friesischen und der dänischen Sprache in ihren jeweiligen Hauptverbreitungsgebieten Sonderrechte einräumt.</p>
<p>Artikel 10 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen befasst sich mit dem Gebrauch dieser Sprachen, in diesem Fall Niederdeutsch, in Verwaltungsbehörden und öffentlichen Dienstleistungsbetrieben. Die Verfasserin stellt am Beispiel Niedersachsen dar, wie sich die Verpflichtungen, die das Land mit der Sprachencharta übernommen hat, für die kommunale Behörde auswirken. Sie erläutert, dass Niederdeutsch in diesem Zusammenhang – zumindest in der Theorie – in den Anwendungsmöglichkeiten einer Amtssprache gleichkommt und führt aus, was dies bedeutet. Gleichzeitig untersucht sie, wie sich die Umsetzung in der Praxis gestaltet und in welcher Form in der Behörde zum Gebrauch der Sprache ermutigt wird – so wie die Charta es vorschreibt.</p>
<h5>In eigener Sache:</h5>
<p>Gibt es weitere Bachelor- oder Masterarbeiten zum Thema Niederdeutsch in der Verwaltung? Der BfN befasst sich zur Zeit mit dem neuen Online-Zugangsgesetz. Bis Ende 2022 sollen alle Antragsverfahren bei Behörden für Bürger*innen online möglich sein - von der Beantragung von Kindergeld, BAföG oder Wohngeld bis hin zur Rente. In diesem Zusammenhang setzt sich der BfN dafür ein, dass auch die Regionalsprache Niederdeutsch sowie die Minderheitensprachen berücksichtigt werden.<br />
Nun sucht der BfN Arbeiten, die den Gebrauch von Niederdeutsch in der Verwaltung untersuchen. Rückmeldungen gerne per E-Mail an info(at)niederdeutschsekretariat.de.</p>
</div>
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	<p>Schipper, Anneke (2019): Die Amtssprache ist Deutsch?<br />
Multilingualität in der kommunalen Behörde unter besonderer Berücksichtigung des Niederdeutschen.</p>
<p><a href="https://www.niederdeutschsekretariat.de/wp-content/uploads/2020/03/Bachelorarbeit-Anneke-Schipper.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Download (PDF)</a></p>
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